Evas Traum

Gebannt folgte Eva den spannenden Szenen eines herzergreifenden Heimatfilmes aus den Almenlandschaften der Ost-Schweiz, wo sie in ihrer Teenyzeit ihren Winterurlaub verbrachte. Arosa, diese wundervoll verschneite Stadt hoch oben in den Bergen, sie war ihr noch gut in Erinnerung. Bilder aus dieser Zeit stiegen wieder in ihr hoch. Auch erinnerte sie die bergige Landschaft im Film an ihren Bruder Klaus und seiner Frau Josie, die am Fuße der oberbayrischen Alpen wohnen. Wie gerne würde sie jetzt zu ihnen fahren und mit ihnen mehr von den herrlichen Bergwelten sehen wollen. „Ach, wär das schön!“ seufzte sie sehnsuchtsvoll. Damals war meine Welt noch einigermaßen in Ordnung – aber nun. Warum nur ist mein Leben in diese Richtung gelaufen – hab ich denn gar kein Recht auf die große Liebe wie andere Menschen auch? Ja, eine Partnerschaft, wie sie Klaus und Josie führen, das wär's!“

In ihrem Herzen unendlich traurig, wischte sie sich die Ströme von Tränen von den fiebrig glühenden Wangen. „So kann es einfach nicht mehr weitergehen mit mir und Doris! Ich muss einen Weg finden, mein eigenes Leben wieder genießen zu können nach dieser endlos aufreibenden Zeit zwischen Notarzt und Klinik!“ Eva dachte an die zurückliegende nervige Zeit, in der ihre fünfundzwanzigjährige Tochter geistig verworrene Anfälle durchlebte. „Ich habe einfach keine Nervenkraft mehr! Würde es doch einen Menschen geben, der mit mir zusammen diese kräfteraubende Zeit aufarbeiten und mit mir Urlaub in den Alpen machen würde. Scheinbar ist auch Fred nicht in der Lage dazu!“ Ihr Nachbar Fred, den sie als hilfreichen verständnisvollen Freund kennen und auch ein wenig lieben gelernt hatte, musste selber ähnliche Zeiten durchlebt haben, von denen er sich erholen musste und deshalb für sich allein in einer eigenen Wohnung im gleichen Hause wohnte.

Eva zappte mit der Fernbedienung die einzelnen Programme durch, bis sie eine himmlische weiße Strand- und Palmenlandschaft mit azurblauem Himmel darüber sah. Sie kuschelte sich in ihre weichen samtigen Kissen ihrer gemütlichen Schlafcouch. „Hmm – das wäre es, dort möchte ich jetzt sein!“ Konzentriert folgte sie den nächsten Szenen dieses Urlaubsfilmes und plötzlich ...
fand sie sich selbst im warmen Sand dieser unglaublich schönen Trauminsel irgendwo im indischen Ozean wieder.

Suchend nach allen Seiten umblickend wollte sie sich selbst gerade fragen: „Was ist passiert?“
Völlig unerwartet hörte sie neben sich eine Stimme fragen: „Wie fühlst du dich, Eva – geht's dir nicht gut, du siehst so blass aus?!“ Eva sah diesen ihr unbekannten Mann mit weit aufgerissenen Augen erschrocken an.

„Wieso bin ich hier und was ist das für eine Insel?“ Mit rasendem Puls stand Eva auf, weil sie sich völlig verunsichert und ein wenig von dem Fremden bedroht fühlte. Wusste sie doch ganz und gar nicht, wo sie sich befand.

„Eva, hallo – beruhige dich, es ist alles in Ordnung, wir zwei machen hier seit Tagen Urlaub und genießen das Inselleben der Malediven, hast du etwa schlecht geträumt!?“ fragte Uwe nun selbst ein wenig irritiert.

„Ähm – wer bist du und wie komme ich hierher?“ wollte Eva nun endlich wissen.

„Eva – was ist los mit dir, hast du einen Sonnenstich? Das Beste wäre es, wenn wir in den Bungalow zurückgehen und du eine kühle Dusche nimmst!“

Lauwarmes Wasser umspülte ihre Füße, während Eva ein paar Schritte rückwärts ging. Indem sie das spürte, ging sie bewusst noch ein paar Schritte weiter in das flache aquamarinfarbene Wasser. „Ich bin dein Mann Uwe, weißt du das denn nicht mehr!?“

„Und ich bin der liebe Gott, der gerade auf die Erde gefallen ist – oder wie?“ kam schlagfertig und dennoch verunsichert über Evas Lippen.

„Liebes – ich mach mir wirklich ernsthaft Sorgen um dich. Komm, lass uns wenigstens ein bisschen schwimmen, wenn du schon nicht duschen willst.“

„Hmm – duschen, dass hätte der wohl gerne, und dann womöglich noch gemeinsam und völlig nackt mit diesem Fremden, nee nee – nicht mit mir!“ dachte sie aufgeregt. Eva sah sich in einer ausweglosen Lage und ging nun noch tiefer ins Wasser, tauchte zögernd mit ihrem gesamten Körper ins Nass....


Diese besondere Geschichte wird fortgesetzt auf Hör-CD.
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8Geschrieben von Peter Wiermann alias Joybird Peter – post@energiebeweger.de / www.energiebeweger.de – für alle Elternteile
(ob männlich oder weiblich) und weitere Wesenheiten mit Herzschmerz und Lebenssehnsucht oder zu großer "Mutterliebe". Sie kann und sollte sogar gerne weitergegeben werden –
bitte immer zusammen mit diesem Absatz! Über ein Feedback freut sich der Verfasser immer!


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